Selbstcheck – wie resilient bin ich?

Du weißt jetzt bereits, was Resilienz ist und hast die sieben Faktoren Deiner Widerstandskraft kennengelernt. In dieser Lektion steigen wir noch tiefer ins Thema ein. So kannst Du Dein eigenes Verhalten reflektieren und mehr über Deine eigene Resilienzfähigkeit erfahren.

Viel Spaß bei der nächsten Erkundungstour zu Deiner Resilienz!

Resilienz tut uns gut, so viel steht fest. Aber was genau sind eigentlich die Vorteile einer resilienten Lebensführung? Warum lohnt es sich für Dich noch resilienter zu werden und welche Effekte hat Deine innere Widerstandskraft auf Dein Leben? Das siehst Du hier:1-3

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Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden. Sie loslassen bedeutet, dass man sie sein lässt.

Und wie tickst Du?

Deine Persönlichkeit kann mit Hilfe von sechs Persönlichkeitsstilen beschrieben werden. Sie entfalten sich durch Deine genetische Veranlagung, individuelle Erfahrungen und Deine persönliche Entwicklung. Die Stile prägen Deine Person und beeinflussen Dein Denken, Dein Fühlen und Dein Handeln.

Die Erfüllung Deiner persönlichen Ziele aufgrund der Persönlichkeitsstile ähnelt der Befriedigung Deiner vitalen Grundbedürfnisse, wie dem Wunsch nach Flüssigkeit, Nahrung oder Obdach. Wenn alle Grundbedürfnisse erfüllt sind, kannst Du Deine Potenziale voll ausschöpfen. Das heißt also, dass Du dann umso leistungsfähiger bist. Die Stile prägen auch Deine Kommunikation und das menschliche Miteinander, ebenso wie die Art und Weise, wie Du Dich an wechselnde Lebens- und Arbeitsbedingungen anpassen kannst. Sie spielen also eine wichtige Rolle bei der Bildung Deiner persönlichen Widerstandskraft.

Nicht jeder Mensch hat den gleichen Persönlichkeitsstil. Es gibt unterschiedliche Kombinationen und Ausprägungen. So entsteht Deine ganz individuelle Persönlichkeitsstruktur. Schaue Dir die Persönlichkeitsstile hier in Ruhe an und finde heraus, welcher Typ zu Dir passt:4

    • Ich bin sehr einfühlsam und auf ein beziehungsorientiertes Miteinander aus.
    • Ich kann gut mitfühlen und investiere viel Zeit und Sorgfalt in die Zusammenarbeit mit anderen Menschen.
    • Ich habe den Wunsch Beziehungen aufzubauen und Freundschaften zu halten.
    • Ich bin warmherzig und fürsorglich.

Findest Du Dich in diesem Stil wieder? Dann bist Du eine Person, die nach menschlicher Nähe und Wärme strebt und gute Beziehungspflege dabei im Fokus hält.

    • Ich konzentriere mich auf Fakten und Informationen.
    • Mein Denken ist faktenorientiert.
    • Die meiste Zeit denke ich analytisch.
    • Mich interessiert die Sache selbst und nicht das Drumherum.
    • Ich bin meistens besonders sachlich.

Findest Du Dich in diesem Stil wieder? Dann bist Du eine Person, die zielstrebig und gut organisiert ist. Du findest Bestätigung über Leistung und Kompetenz.

    • Mein Denken ist werteorientiert.
    • Ich habe genaue Anforderungen an mich und andere.
    • Vor allem im Arbeitskontext bin ich gewissenhaft und ausdauernd.
    • Ich lege großen Wert auf Loyalität, Zuverlässigkeit, Werte, Ordnung und Autorität.
    • Mein Handeln und Denken sind bestimmt durch Erfahrung und Tradition.

Findest Du Dich in diesem Stil wieder? Dann bist Du eine Person, die viel Energie in werteorientiertes Denken investiert. Außerdem benötigst Du viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen.

    • Ich meistere mein Leben mit viel Humor.
    • Ich bin lebhaft, spielerisch, humorvoll und kreativ.
    • Ich bin in meiner Art locker und manchmal auch ironisch.
    • Ich gehe gerne auf andere Menschen zu und knüpfe neue Kontakte.

Findest Du Dich in diesem Stil wieder? Dann bist Du eine Person, die auffällt, manchmal provoziert und auch gerne einmal im Mittelpunkt steht.

    • Ich wirke in mich gekehrt und zurückhaltend.
    • Ich lebe zurückgezogen und beschaulich.
    • Nach außen zeuge ich von zahlreichen stillen Momenten.
    • Doch innen bin ich lebendig und phantasievoll.
    • Ich investiere die meiste Energie in mein lebendiges und phantasievolles Denken.
    • Mein Kopf ist voller Bilder, Ideen und Pläne.

Findest Du Dich in diesem Stil wieder? Dann bist Du eine Person, die Aufgaben und Probleme gerne in Ruhe und mit gewissem Abstand löst.

    • Ich liebe Aktion und impulsives Handeln.
    • Ich bin aktiv, flexibel, charmant, überzeugend und spontan.
    • Ich strebe nach Freiheit.
    • Ich bin offen gegenüber Risiken und neugierig auf Herausforderungen.
    • Die meiste Energie stecke ich in mein Handeln.
    • Ich treibe Veränderungen zügig voran.

Findest Du Dich in diesem Stil wieder? Dann bist Du eine Person, die Wettbewerb, herausfordernde Aufgaben und Situationen ebenso mag. Auch genießt Du es ab und zu im Mittelpunkt zu stehen.

Na, welcher Stil spiegelt Deine Persönlichkeit am besten? Die meisten Menschen finden sich in ein bis drei Stilen wieder. Vielleicht kannst Du das auch bei Dir beobachten.

Um Deine Eindrücke noch einmal zu ordnen und Deine persönlichen Stile zu identifizieren, helfen auch folgende Leifragen:

  • Was ist Dir wichtig?
  • Wodurch schöpfst Du Kraft und Energie?
  • Was sind Deine Talente?
  • Was zeichnet Dich aus?
  • Was sind typische Eigenschaften von Dir?

Betrachte abschließend noch einmal die unterschiedlichen Eigenschaften Deiner Persönlichkeit. Denn sie dienen als Grundlage einer resilienten Lebensführung und helfen Dir dabei, Deinen Alltag mit einer gesunden Portion Resilienz zu bewerkstelligen.

Wie resilient bist du?

Hier hast du die Möglichkeit Deine persönliche Widerstandskraft zu testen. Mache den Test und schaue, wie resilientdu bereits bist und an welchen Stellen Du Deine Ressourcen noch noch weiter ausbauen kannst.

Los geht`s

Deinen Schutzfaktoren auf der Spur

Und was hat der Test ergeben? Wie resilient bist Du schon heute? Finde nun heraus, welche Ressourcen Dir helfen können Deine persönliche Widerstandskraft zu stärken.6

Deine Ressourcen – sogenannte Schutzfaktoren – erhöhen Deine Widerstandskraft im Umgang mit widrigen Situationen und schwächen mögliche Risikofaktoren. Sie dienen Dir als Energiequellen. Es lohnt sich also Deine inneren und äußeren Schutzfaktoren hier einmal genauer unter die Lupe zu nehmen:7-10

Innere Schutzfaktoren

Innere Schutzfaktoren beziehen sich auf Deine Persönlichkeit und all die Dinge, die Dich ausmachen. Dazu zählen zum Beispiel Deine persönlichen Eigenschaften, Deine Kompetenzen, Deine Erfahrungen, Deine Talente, Deine Erinnerungen und vieles mehr.

Äußere Schutzfaktoren

Äußere Schutzfaktoren meinen all die Dinge, die um Dich herum passieren – also außerhalb Deiner Person liegen. Das können einerseits materielle Schutzfaktoren – wie Geld, Zeit – und andererseits immaterielle Schutzfaktoren – wie Deine Umwelt, Deine sozialen Kontakte, kulturelle Rahmenbedingungen – sein.

Schreibe Dein Erfolgsjournal!

Und jetzt bist Du dran. Mit der folgenden Übung hast Du die Möglichkeit Dir Deine Schutzfaktoren und Deine bisherigen Erfolge einmal genauer vor Augen zu führen. Im ersten Schritt beginnst Du mit allen Krisen, Stressphasen und Herausforderungen, die Du bereits erlebt hast und erfolgreich bewältigen konntest oder überstanden hast. Das kann zum Beispiel Deine Pubertät, Deine Ausbildung, Dein Studium oder Deine erste Trennung sein. Im zweiten Schritt notierst Du Deine Erfolge wie zum Beispiel Schul- oder Studienabschluss, Hochzeit oder gelungenes Zeitmanagement. Notiere jeden Erfolg, den Du bereits feiern konntest.11

Lerne mit Hilfe dieser Übung Deine Erfolge wahrzunehmen und Dich zu feiern. So bekommen Deine Erfolge eine höhere Wertigkeit. Sei stolz auf Dich und Deine Arbeit. Und denke immer daran: Deine Erfolge und Schutzfaktoren geben Dir nicht nur Kraft, Mut und Zuversicht für die Zukunft, sondern bauen zugleich Deine individuelle Widerstandskraft weiter aus.

Ausblick

Nachdem Du nun Deiner Resilienz ganz genau auf den Grund gegangen bist, mache nun den nächsten Schritt in Richtung erfolgreiche Umsetzung. Die nächste Lektion ist reich gefüllt mit praktischen Übungen und Alltagstipps für Dich.

Wecke Deine innere Widerstandskraft!

  1. Soucek, R., Ziegler, M., Schlett, C., & Pauls, N. (2016). Resilienz im Arbeitsleben – Eine inhaltliche Differenzierung von Resilienz auf den Ebenen von Individuen, Teams und Organisationen. Gruppe. Interaktion. Organisation. Zeitschrift für angewandte Organisationspsychologie, 47, 131-137.
  2. Luthans, F. (2002). The need for meaning of positive organisational behavior. Journal of Organizal Behavior, 23, 695-706.
  3. Weick, K. E., & Sutcliffe, K. M. (2010). Das Unerwartete managen: Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen. Schäffer-Poeschel.
  4. Amann, E. G. (2019). Resilienzdiagnostik und neue Coaching-Ansätze für die VUCA-Welt. Für ein selbstbestimmtes Leben im Spannungsfeld zwischen Agilität und Stabilität. In J. Heller (Hrsg.), Resilienz für die VUCA-Welt. Individuelle und organisationale Resilienz entwickeln (S. 115-132). Springer.
  5. Leppert, K., Koch, B., Brähler, E., & Strauß, B. (2008). Die Resilienzskala (RS) – Überprüfung der Langform RS-25 und einer Kurzform RS-13. Klinische Diagnostik und Evaluation, 1, 226-243.
  6. Sautermeister, J. (2018). Selbstgestaltung und Sinnsuche unter fragilen Bedingungen. Moralpsychologische und ethische Anmerkungen zum Verhältnis von Resilienz und Identität. In M. Karidi, M. Schneider & R. Gutwald (Hrsg.), Resilienz. Interdisziplinäre Perspektiven zu Wandel und Transformation (S. 127-140). Springer.
  7. Huber, M. (2019). Resilienz im Team. Ideen und Anwendungskonzepte für Teamentwicklung. Springer.
  8. Lyssenko, L., Rotmann, B., & Bangel, J. (2010). Resilienzforschung. Relevanz für Prävention und Gesundheitsförderung. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 53(10), 1067-1072.
  9. Bengel, J., & Lyssenko, L. (2012). Resilienz und psychologische Schutzfaktoren im Erwachsenenalter. Stand der Forschung zu psychologischen Schutzfaktoren von Gesundheit im Erwachsenenalter. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  10. Heller, J. (2013). Resilienz: 7 Schlüssel für mehr innere Stärke. Gräfe und Unzer.
  11. In Anlehnung an Mauritz, S. (2013). Wenn schon Burn-out, dann richtig. Mauritz-Grewe-Verlag.